Ein Elefant im Wasserpinsel – inspiriert vom kleinen Prinzen

Eine wunderbare Übung, um locker ins Zeichnen zu kommen, ist das Zeichnen des eigenen Zeichenmaterials. Statt gleich mit einem „richtigen“ Bild zu beginnen, nimmt man einfach das, was vor einem liegt: den Aquarellkasten, den Stift oder den Pinsel.

Dabei geht es nicht um ein perfektes Ergebnis, sondern ums genaue Hinsehen und darum, ohne großen Anspruch loszulegen. Deshalb darf das Papier für diese Übung ruhig etwas einfacher sein. So entsteht weniger Druck und mehr Raum für einen spielerischen Zeichenstrich.

Für unsere Übung haben wir unseren Aquarellkasten, einen Fineliner und einen Wasserpinsel skizziert. Als kleinen Gag haben wir einen Elefanten in den Wasserpinsel gezeichnet – inspiriert von Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz.

Ein Elefant, den nicht jeder sieht

Wer Der kleine Prinz kennt, erinnert sich an die berühmte Zeichnung aus dem ersten Kapitel: Auf den ersten Blick sieht man einen Hut. Tatsächlich ist es eine Boa Constrictor, die einen Elefanten verschluckt hat.

Der kleine Erzähler zeigt seine Zeichnung den Erwachsenen. Sie erkennen darin jedoch nur einen Hut und verstehen seine Vorstellung nicht. Schließlich raten sie ihm sogar, die Zeichnerei aufzugeben und sich lieber mit Geografie, Geschichte oder Grammatik zu beschäftigen.

Die Szene zeigt eine zentrale Botschaft des Buches: Wir sehen nicht alle dasselbe. Während die Erwachsenen nur das Offensichtliche erkennen, entdeckt das Kind das Verborgene.

Genau diese Vorstellungskraft möchten wir uns beim Zeichnen bewahren. Unser kleiner Elefant im Wasserpinsel erinnert daran, dass auch in einem ganz gewöhnlichen Gegenstand eine kleine Geschichte stecken kann.

Also einfach Aquarellkasten, Stifte oder Pinsel auf den Tisch legen und anfangen – nicht perfekt, sondern neugierig. Aus einer kleinen Zeichenübung kann eine überraschende und ganz persönliche Idee entstehen.

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